Reisebericht Ägypten (Teil 5): Assuan

Donnerstag, 5. Tag

Am Morgen haben wir den Tempel von Horus besucht. Hier hat leider unser Akku vom Fotoapparat schlapp gemacht. So konnten wir gar nicht die gut erhaltene Vogelstatue vor dem Eingang fotografieren. Am Nachmittag ging dann die Schifffahrt weiter nach Kom Ombo. Das war der einzige Ausflug, den wir direkt vom Schiff aus gemacht haben, denn die Tempelanlagen von Sobek liegen direkt am Ufer. Hier gibt es einen Heruntergefallenen Querbalken, auf dem ein Rezept zur Potenzsteigerung steht. Die alten Ägypter hatten also auch schon ihr eigenes „Viagra“. Außerdem hat der Tempel einen sehr schönen großen Nilometer. Sieht aus wie ein großer Brunnen, war aber eigentlich dazu gedacht um den Wasserstand des Nils abzulesen. Je höher das Wasser stand, umso mehr mussten die Bauern an Abgaben zahlen.

Danach fuhr das Schiff noch weiter nach Assuan. Wir haben uns noch etwas aufs Deck gesetzt, sind dann aber wieder mal recht früh schlafen gegangen.

Freitag, 6. Tag

unvollendeter Obelisk Assuan
unvollendeter Obelisk Assuan

Dieser Tag war voll und ganz Assuan gewidmet. Am frühen Morgen fuhren wir mit dem Bus quer durch die Stadt, wo wir als erstes die großen Steinbrüche besuchten. Dort liegt auch heute noch ein unvollendeter riesiger Obelisk. Ein schönes Areal, man sollte auf jeden Fall den Rundgang machen! Vorsicht, der Weg direkt oberhalb des Obelisks ist eine Sackgasse, man muss an der Abzweigung die Treppen hoch! Danach geht’s dann über das Plateau hinweg und am anderen Ende die Treppen wieder hinab. Für Behinderte ist die Erklimmung des Steinbruchs etwas schwieriger, wie im Übrigen auch die meisten anderen Sehenswürdigkeiten nicht unbedingt behindertengerecht zugänglich sind. Als Rollstuhlfahrer kommt man in der Regel nicht sehr weit.

Nach dem Steinbruch ging es zum Assuan Staudamm. Dabei überquert man mit dem Bus zuerst den alten Staudamm und kann eine wirklich faszinierende Landschaft begutachten. Der Assuan-Staudamm ist seit kurzem nur noch der zweitgrößte Staudamm der Welt. Um den Größten zu sehen, muss man jetzt nach China fliegen. Laut Reiseleiter sollten wir auf dem Staudamm keine Fotos machen, da uns das Militär sonst die Kamera wegnehmen würde. Die meisten Touristen machten aber doch Fotos und uns ist auch niemand aufgefallen, dem die Kamera aus der hand gerissen wurde. Man durfte auch nur ganz kurz auf dem Staudamm bleiben. Auf der Seite zum See hin sieht man übrigens einen Tempel, der wegen des Staudammbaus versetzt wurde! Genau dasselbe Schicksal ereilte den Philae-Tempel, den wir als nächstes angesteuert haben.

Anfahrt Philae Tempel
Anfahrt Philae Tempel

Dieser Tempel liegt auf einer kleinen Insel, deshalb muss man mit dem Motorboot rüber fahren. Die An- und Ablegemethoden der Bootsfahrer sind echt abenteuerlich, die quetschen sich einfach so zwischen den anderen Booten hindurch ohne Rücksicht auf Verluste (in dem Fall v.a. Beulen und Kratzer). Der Tempel ist sehr schön gelegen und man kann auf der Insel wirklich schöne Fotos machen. Man sieht noch auf der einen Seite im Wasser die Überbleibsel von der Versetzung des Tempels, aber ansonsten ist die Landschaft wirklich sehr schön.

Im Anschluss ging es dann weiter mit einer Parfümerie. Auch hier war wieder der Kaffee-Fahrt-Charakter angesagt. Zur Begrüßung gab es einen Malventee. Dann wurde uns erstmal gezeigt, wie die kleinen Glasfläschchen vom Glasmacher hergestellt werden (als würde man so was in Deutschland nicht auch sehen können – z.B. in Lauscha). Im Anschluss bekam jeder einen Zettel und Stift in die Hand gedrückt. Auf den Zetteln waren in schlechtem Deutsch alle möglichen Essenzen aufgeführt. Uns wurde dann von einem Mitarbeiter erklärt, welche der Essenzen die Grundlage für welches Markenparfüm sei. Wir haben natürlich nichts gekauft, aber ein paar Leute haben gleich einen Großeinkauf gemacht und so mussten wir ewig warten. Danach ging es dann wieder zurück zum Schiff und wir haben den Abend mit ein wenig Billard spielen ausklingen lassen.

Fortsetzung folgt…

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