Reisebericht Ägypten (Teil 6): Ausritt mit dem Kamel

Samstag 7. Tag

Dieser Tag war für uns einer der Schönsten der ganzen Reise. Während ein Großteil der Gäste sich auf den Weg nach Abu Simbel (zusätzlich buchbar für 85 Euro p.P.) am frühen Morgen gemacht hat, haben wir endlich mal ausgeschlafen! Die Fahrt nach Abu Simbel muss wohl auch recht stressig gewesen sein. Wieder früh aufstehen, fast 4 Stunden Fahrt, ein Stunde für den Tempel und wieder 4 Stunden zurück…

Stattdessen haben wir für 20 Euro p.P. einen Ausflug zum Nubierdorf gemacht. Wir waren die Einzigen von unserem Schiff, die diesen Ausflug mitgemacht haben. Von einigen anderen Schiffen kamen interessanterweise fast ausschließlich Österreicher mit. In der Beschreibung zu diesem Ausflug stand eigentlich nur, dass man Kamelreiten würde und das Nubierdorf besucht. Geboten bekamen wir allerdings wesentlich mehr.

Wir fuhren zuerst mit einem kleinen Motorboot an der Elefantinerinsel vorbei. Rechts gelegen konnten wir das Hotel begutachten, in dem Aghata Christie ihren Roman „Tod auf dem Nil“ geschrieben hat. Außerdem haben wir das Schiff „Sudan“ gesehen, welches als Drehort für den Film mit Peter Ustinov diente. Danach tauchten wir ein in eine wundervolle blühende und tierreiche Landschaft. Unser Motorboot durchquerte das Landschaftsschutzgebiet mit vielen kleinen verträumten Inseln. Danach ging es vorbei an der Villa und dem Mausoleum von Aga Khan bevor wir an einem kleinen Steg anlegten.

Blick in eine Nubierwohnung
Blick in eine Nubierwohnung

Für Jene, die das Kamelreiten nicht mitmachen wollten/konnten fuhr das Boot direkt weiter zum Nubierdorf. Wir und die meisten anderen Passagiere gingen aber von Bord und einen kleinen Hügel hinauf zu den dort bereits wartenden Kamelen. Das Kamelreiten ist eigentlich recht einfach, aber man muss beim Aufstehen und Hinsetzen des Kamels etwas aufpassen. Gut festhalten und auf geht’s mitten durch die Wüste! Natürlich lief man mit dem Kamel nicht alleine herum, wer weiß wo wir da sonst gelandet werden. Jedes Kamel hatte einen Führer, der hinter- oder nebenher lief. Das Kamelreiten dauerte gut 40 Minuten und man konnte schon von weitem das bunte Nubierdorf erkennen.

Kaum angekommen im Dorf kamen natürlich auch schon bettelnde Frauen. Diese sollte man aber links liegen lassen und nicht weiter beachten! Wir wurden dann recht schnell in den Innenhof einer Nubierfamilie geführt, die Ihren ganzen Besitz auf Touristen ausgelegt haben. Neben vielen überdachten Sitzmöglichkeiten gab es eine Toilette und die Schlafgemächer der Nubier auf dem Hof zu begutachten. Das Highlight war aber ein kleines Krokodil, welches man für ein kleines Trinkgeld auch in die Hand nehmen durfte. Außerdem liefen zwei kleine Schildkröten herum, die man ebenfalls anfassen und in die Hand nehmen durfte. Nach einer kurzen Erklärung des Reiseleiters gab es ein Getränk nach Wahl kostenlos (Tee, Cola oder Limo). Danach konnte man sich von einer Nubierin ein Henna machen lassen. Das kleine Henna gab’s für 15 Pfund, das große für 30 Pfund. An einem kleinen Tisch wurde „selbst gemachter“ Schmuck und anderer Kleinkram verkauft. Am Ende durfte man noch die Gemächer der Nubier ansehen, aber es gab bis auf eine kleine Küche, den Sanitäranlagen und den Schlafzimmern eigentlich nicht viel zu sehen.

Viel interessanter war der Weg vom Hof zurück zum Nil, wo unser Motorboot wartete. Abgesehen von den schmutzigen Ecken konnte man auch einen Blick durch die ein oder andere geöffnete Tür werfen. Die Nubier mögen es auf jeden Fall sehr bunt! Den Kindern im Dorf haben wir Süßigkeiten gegeben. Manche waren aber echt dreist und wollten gleich alles auf einmal haben. Aber wen wundert’s, wenn mindestens 5-mal die Woche ein Touristentrupp mit solchen Geschenken durchs Dorf läuft. Mit dem Boot ging es dann zurück zum Schiff. Am Nachmittag folgte gleich noch mal eine Bootsfahrt, diesmal aber zum botanischen Garten auf der Kitchener-Insel. Der Ausflug stand gar nicht im Programm, war aber trotzdem gratis. Bei mehr Wind hätten wir die Fahrt nicht mit dem Motorboot, sondern mit einer Feluke gemacht. Uns war es aber egal, ob mit oder ohne Motor. Auf der Rückfahrt vom botanischen Garten hängten sich zwei kleine Jungs ans Boot und sangen für uns zwei oder drei Lieder. Sie bekamen dafür von einigen Gästen Süßes und Geld. Später fuhren wir in der Abenddämmerung in Richtung Edfu zurück und übernachteten dort.

Fortsetzung folgt…

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