Reisebericht Ägypten (Teil 4): Luxor, Karnak, Esna

Ägypten
Ägypten Impressionen

Mittwoch, 4. Tag

An diesem Morgen mussten wir erst um 6 Uhr morgens aufstehen. Heute standen der Karnak- (Eintritt: 50 Pfund) und Luxor-Tempel (40 Pfund) im Programm. Gleich eins vorweg: Der Karnaktempel ist für abenteuerinteressierte Hobbyarchäologen sehr interessant. Abgesehen davon, dass man alles direkt anfassen kann, gibt es die Möglichkeit für ein wenig Trinkgeld hinter die abgesperrten Bereiche zu kommen. Keine Angst, das ist kein Problem, die Wärter kommen sogar auf einen zu. Wenn man das natürlich nicht will, sollte man einen weiten Bogen um die Aufpasser machen. Außerdem quatschen einen die Aufseher ständig an um ein Foto mit Ihnen zu machen. Bei mir gab’s einmal den Fall, dass ich den umgekippten Obelisken fotografieren wollte, und sich ein hübsch verkleideter Typ ins Bild gestellt hat und dafür Bakschich (so der Name für Trinkgeld in Ägypten) haben wollte. Ich habe mich erstmal geärgert, dass ich kein normales Foto machen konnte und bin dann aber einfach 5 Minuten später noch mal hin. Die Tempelanlage ist recht weitläufig, man sollte also immer auf die Zeit achten und in etwa einschätzen können wie weit man vom Ausgang entfernt ist.

Luxor Tempel
Luxor Tempel

Es ist nicht ratsam vor Ablauf der zur Verfügung stehenden Zeit den Tempel zu verlassen, da man am Ausgang auf einen riesigen leeren Platz gelangt, wo es kein bisschen Schatten gibt. Nur ein paar Säulen am Zaun schützen vor der Sonne oder aber der Schatten der wartenden Busse, wo man jedoch ziemlich viele Abgase abbekommt. Wir gingen etwas eher raus und mussten uns dann dort ein paar Minuten „durchschlagen“, da der Bus noch nicht wieder da war. Da kommt einem die Zeit ewig vor.

Bevor wir zum Luxortempel gefahren wurden, haben wir nach drei Minuten Busfahrt schon wieder halt gemacht. Diesmal an einer kleinen Seitenstraße neben dem Karnaktempel. Und hier begann dann ein ähnliches Szenario wie am Tag zuvor: wir machten halt bei einem „Papyrusmuseum“. Dort wurde die Papyrusproduktion gezeigt und erklärt, was der Unterschied zu gefälschtem Papyrus ist. Danach durfte man eine viertel Stunde die Gemälde auf Papyrus angucken und sich natürlich auch was kaufen – haben wir natürlich nicht gemacht.

Endlich am Luxortempel angekommen stand die Sonne fast senkrecht über uns  und unser Reiseleiter suchte ein schattiges Plätzchen unter einem Baum vor dem Tempel, wo er uns einiges erzählte. Vor allem über den fehlenden Obelisken, der als Geschenk an Frankreich ging und heute auf dem Place de la Concorde in Paris steht. Die Ägypter hätten den Obelisken gerne wieder zurück, aber die Franzosen weigern sich wohl ihn wieder herzugeben – schließlich war es ja ein Geschenk. Nur leider sieht der Tempeleingang mit nur einem Obelisken etwas unschön aus. Nachdem wir den Tempel besichtigt hatten, kamen wir mit etwas Verspätung zum Schiff zurück und durften gleich zum Mittagessen gehen.

Nil Händler
Nil Händler

Während des Essens legte das Schiff endlich ab und wir fuhren in Richtung Esna! Wir haben also gut 2 Tage lang auf dem Schiff verbracht, ohne auch nur einen Meter von der Stelle zu kommen! Unsere erste Schiffsfahrt haben wir dann aber im Schlafen verbracht, da wir so müde von den anstrengenden Ausflügen waren.

Rechtzeitig zur Ankunft vor der Schleuse von Esna sind wir aufgewacht und sind aufs obere Deck gegangen. Dort erlebten wir ein unvergessliches Schauspiel. Urplötzlich kamen lauter kleine Boote auf unser Schiff zu. Erst dachte ich, jetzt wird unser Schiff geentert, aber die die Leute auf den Booten entpuppten sich dann „nur“ als Händler. Diese warfen sich richtig an unser Schiff und wollten z.B. Handtücher und Tischdecken verkaufen. Deren Masche: erst zeigen sie viele verschiedene Sachen und sagen: „alles ein Euro“. Dann werfen sie die gewünschten Sachen hoch, man stimmt dem Kauf mit einem Euro zu und dann sagen sie erst: „nein, ein Euro zum gucken, das ist echte Handarbeit, ist teuer, kostet mehr, was willst du bezahlen“ usw. Für einen Euro jedenfalls bekommt man nichts. Eine Frau hat z.B. ein Handtuch gekauft und letztlich 50 Pfund dafür bezahlt. Viel zu viel natürlich. Mehr als 30 Pfund sollte ein großes Handtuch nicht kosten.

Nach dem ganzen Szenario ging es schon durch die Schleuse durch. Die Schiffe sind genau so gebaut, dass sie gerade so zu zweit (hintereinander) hindurchpassen. Der Höhenunterschied beträgt 6 Meter. Wir waren das zweite Schiff und bekamen vom anderen Schiff eine dicke Rußwolke ab.

Schleuse von Esna - Kreuzfahrtschiffe passen gerade so durch
Schleuse von Esna

Später wurde ein „ägyptischer Abend“ mit entsprechendem Essen und Tanz veranstaltet. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich lieber öfter richtig ägyptisch gegessen hätte, als ständig das schlecht nachgekochte europäische Essen „herunterzuwürgen“. Denn das Essen hat eigentlich jeden Tag gleich geschmeckt, auch wenn es mal einen französischen oder einen chinesischen Abend gab. Übernacht haben wir in Edfu.

1 Kommentar

  1. Super Artikel.Habe ein paar frische Denkanstoesse bekommen. Freue mich schon auf weitere Beitraege zum Thema.

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