Reisebericht Ägypten (Teil 9): Die Pyramiden von Gizeh

Mittwoch, 11. Tag

Pyramiden von Gizeh
Pyramiden in Gizeh

Nach dem wenig ergiebigen Frühstück ging es direkt zu den Pyramiden, die nur ein paar Minuten vom Hotel entfernt waren. Gesehen hat man sie vom Hotel aus allerdings nicht, vermutlich weil da ein oder andere Hochhaus dazwischen stand. Besonders krass fanden wir die Tatsache, dass das gesamte Gelände bei den Pyramiden mit dem Bus abgeklappert wird. Am Eingang muss man zwar erstmal aussteigen und durch die Kontrolle, danach steigt man wieder ein und fährt zwischen die beiden großen Pyramiden. Von dort aus hat man dann Zeit dieses Weltwunder zu Fuß zu erkunden. Um die zweitgrößte Pyramide (die von Chephren) sind wir sogar einmal herum gelaufen, was ganz schön anstrengend ist. Nicht nur wegen der Hitze, sondern auch die nervenden Kamelreiter und Souvenirhändler machen das Erlebnis etwas kaputt. In die Pyramide von Chephren bin ich rein – das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Der Eintritt hier lag bei nur 25 Pfund. Mehr ist der Eintritt eigentlich auch nicht Wert und wer körperliche Probleme hat, sollte es sich zweimal überlegen da rein zu gehen. Abgesehen von dem 1 mal 1 Meter breiten Gang (inkl. menschlichem Gegenverkehr) war nicht viel zu sehen. Am Ende des Ganges war ein kleiner Raum mit einem leeren Sarg. Hier und da gab es eine Abzweigung oder ein Loch, aber sonst keine Schriftzeichen oder sonstiges. Fotos durfte man darin auch nicht machen. Aber wenigstens kann ich nun sagen, dass ich da mal drin war. Wer weiß wie lange die Möglichkeit noch besteht, denn meines Erachtens ist die Feuchtigkeit, die die Touristen absondern sehr schädigend für die Bausubstanz. Auch wenn man die Pyramiden von außen begutachtet, merkt man sehr schnell, dass sie ganz leicht auseinander bröckeln, nicht zuletzt sicher auch wegen des Smogs von Kairo und der Busabgase vor Ort.

Danach ging es mit dem Bus auf einen kleinen Hügel, der als Aussichtsplattform angelegt war. Dort kann man schöne Fotos machen und erstaunlicher Weise sieht man die Millionen-Metropole gar nicht im Hintergrund (Smog-bedingt). Die dritte und letzte Station war dann die Sphinx. Die Fahrt dorthin dauert nur ein paar Minuten, aber was mich erstaunt hat war vor allem der Höhenunterschied. Bei der Sphinx selbst gibt’s eigentlich gar nicht so viel zu sehen. Aber neben der Sphinx gibt es eine kleine (und leere) Halle und wenn man da außen herum geht, kommt man zu einigen Felsengräbern oder Eingängen. Die sind nicht abgesperrt, aber ich habe niemanden gesehen, der sich gewagt hätte da rein zu gehen. Außerdem sollte man aufpassen vor dubiosen Führern. Diese fragen nach der Eintrittskarte und wenn man sie vorzeigt, zeigen sie einem den Weg zu den eben genannten Eingängen und sagen dazu, dass die im Preis enthalten sind. Das stimmt auch, nur wollen diese Leute dann am Ende Geld dafür, dass sie den Weg gezeigt haben…

Nachdem wir die Sphinx gesehen haben hat unser Bus mal wieder einen Zwischenstopp bei einem Papyrusmuseum gemacht (da hingen genau die gleichen Bilder wie in Luxor – sollten die also doch nur alle gedruckt und nicht per Hand gemalt sein???).

Dann ging es endlich zum Ägyptischen Museum. Wir mussten schnell vor dem Museum aussteigen, da der Bus nicht lange anhalten durfte. Fotos durfte man im Gebäude sowieso nicht machen, deshalb haben wir den Fotoapparat gar nicht erst mitgenommen. Im Museum selbst hat uns der Reiseleiter erst einige wichtige Ausstellungsstücke gezeigt und erläutert. Danach sollten wir eine Stunde zur freien Verfügung bekommen. Wir plädierten für fast zwei Stunden und der Reiseleiter gewährte uns diese auch. Ein paar Leute regten sich deshalb voll auf, da ihnen das zu lang wäre. Aber mal ehrlich: in dem Museum kann man sich den ganzen Tag aufhalten und hat noch nicht alles gesehen. Wen es nicht interessiert, der muss sich das ja nicht antun… Na ja, jedenfalls sind wir dann auf eigene Faust durchs Museum marschiert. Leider fehlen oftmals die Beschriftungen mit Erklärungen was man da überhaupt vor sich hat. Wer kein Englisch kann ist bei den wenigen Schildchen aufgeschmissen, ich weiß allerdings nicht ob es evtl. einen deutschen Audioführer gibt. Das Museum wirkt eigentlich mehr wie eine große Lagerhalle, da die Exponate sehr eng gedrängt aneinander gereiht stehen. Soweit ich weiß ist wohl auch ein großer Neubau in Arbeit. Der ist aber auch wirklich dringend nötig. Wer weiß wie viel wir eigentlich nicht gesehen haben (nicht nur wegen der kurzen Zeit) da sich vieles sicherlich in irgendwelchen Schubladen versteckt.

TGI Fridays in Kairo
TGI Fridays in Kairo

Ich bin mir jetzt gar nicht mehr sicher, ob wir vor oder nach dem Museumsbesuch Essen waren. Wie auch immer, wir haben das TGI Fridays am Nil besucht. Da war es sehr lecker und ich habe dort auch zum ersten Mal in dem Urlaub Eis gegessen, da es sehr vertrauenswürdig aussah. Außerdem gab es eine Kartoffelsuppe und ein Putensteak mit Reis. Alles sehr lecker. Wir haben uns zu zweit eine große Flasche Wasser bestellt für 10 Pfund und bekamen prompt eine 1,5l Flasche Aquafina. TGI Fridays ist eine Kette ähnlich wie Burger King, Pizza Hut oder MC Donalds, aber in Deutschland gibt’s die (momentan zumindest) nicht. Egal wo man in der Welt sein sollte und so ein Restaurant sieht, ich kann es nur empfehlen.

Die Heimfahrt haben wir dann am frühen Abend angetreten. Diesmal nicht im Konvoi. Der Busfahrer schien es aber auch ziemlich eilig zu haben. Er überholte teilweise in Rechtskurven, wo man einfach gar nichts sehen konnte und prompt kam auch Gegenverkehr. Da wundert’s einen nicht, wenn man immer wieder mal von verunglückten Bussen in Ägypten hört. Als wir im Hotel ankamen haben wir noch gegessen und uns dann schlafen gelegt.

Fortsetzung folgt…