Reisebericht Ägypten (Teil 8): Fahrt nach Kairo

Dienstag 10. Tag

Krebse am Hotelstrand Hurghada
Krebse am Hotelstrand

Früh morgens habe ich einen Spaziergang gemacht, um ein paar schöne Fotos zu schießen. Die Zeit war ideal zum fotografieren, denn bis auf ein paar „Handtuch-Reservierern“ war noch niemand unterwegs. Neben der Hotelanlage mit ihren schönen Parkanlagen konnte ich am Ufer viele kleine und große Krebse/Krabben entdecken. Die waren zwar etwas scheu, aber mit etwas Geduld haben sie ein sehr schönes Motiv abgegeben.

Auf dem Rückweg zum Hotel habe ich noch eine Katzenmutter mit ihren drei kleinen Kätzchen gesehen und gestreichelt. Als ich im Hotel ankam waren gut zwei Stunden vergangen, ich duschte mich und dann ging es auch schon zum Frühstück.

Um 11 Uhr fuhr dann unser Bus nach Kairo ab. Wer denkt, die lange Fahrt von 450 km wäre langweilig, der irrt. Es ging am Anfang fast immer am roten Meer entlang, vorbei an einigen Ölraffinerien und hunderten von unfertigen Ressorts und Hotelanlagen. Laut Reiseleiter wurden diese vor allem für die reichere Bevölkerung aus Kairo gebaut. Ich würde zu gerne wissen, wie die Gegend in 20 Jahren aussieht! Im Moment wirkt alles wie eine riesige Geisterstadt.

In Kairo angekommen sind wir erst einmal quer durch die ganze Stadt gefahren und haben im Dunst auch schon die Pyramiden fotografieren können. Es war schon am frühen Abend, als wir an unserer ersten Station – einem Restaurant – halt machten. Dort konnten die Kinder u.a. auch mit dem Pony, Kamel oder Pferd reiten und natürlich Fotos machen – zuzüglich Bezahlung versteht sich! Das Buffet war im Preis inbegriffen, nicht jedoch die Getränke. Es gab ägyptisches Bier, Wasser, Pepsi, Mirinda und 7 Up in Dosen. Nach dem Essen sind wir bei leichter Dämmerung noch mal quer durch die Stadt gefahren und es wurde uns das ein oder andere Gebäude erklärt. Z.B. auch über die Bewohner des Friedhofs in Kairo, die in den Gräbern leben und für deren Kinder sogar mitten auf dem Friedhof eine Schule gebaut wurde. Die Stadt ist sehr schmutzig, weil die meisten Anwohner nicht genug Geld haben um für die Müllabfuhr zu bezahlen, so liegt an fast jeder Ecke Müll und Dreck herum. Unser Ziel am Abend war der alte Basar von Khan El Khalili. Dort haben wir zwei Ledergürtel und ein T-Shirt für insgesamt weniger als 10 Euro gekauft, es gab aber auch viele andere Dinge zu kaufen. Abgesehen von reichlich Souvenirs waren das z.B. Schmuck, Gewürze, Spielzeug, Stoffwaren oder auch Möbel (die aber wohl eher für die einheimische Bevölkerung). Bei diesem Basar handelt es sich nicht um einen großen Platz, sondern mehr um eine Art Einkaufsstraße, aber mit ganz engen und weit verzweigten Gassen mit vielen kleinen Läden. Manche Händler arbeiten auch direkt in ihrem Laden, so haben wir z.B. einen Tischler gesehen oder auch einen Hersteller verschiedenster Eisenwaren.

Wer wollte, konnte nach dem Bazar noch eine Nilfahrt für 5 Euro pro Person machen, aber unserer Ansicht konnte man da nicht viel dabei erleben, deshalb haben wir es sein lassen. Der Bus ist auf dem Weg zum Hotel auch recht lange am Nilufer entlang gefahren, viel mehr dürfte man bei der Bootsfahrt auch nicht gesehen haben. Kurz vor dem Hotel haben wir noch die Pyramiden im Dunkeln gesehen. Diese wurden gerade mit verschiedenen Lichteffekten angestrahlt. Unser Hotel war auch stark beleuchtet. Obwohl als 3 Sterne Hotel ausgewiesen, konnte man überall 4 Sterne entdecken (z.B. auf der Speisekarte). Als 4-Sterne Hotel ging es sicherlich auch nicht mehr durch, besonders das Treppenhaus war sehr heruntergekommen, die Zimmer waren aber großzügig angelegt und sauber. Auch der Speiseraum war in Ordnung, auch wenn die Auswahl des Frühstückbuffets etwas begrenzt war.

Straße in Kairo
Straße in Kairo

Bevor wir uns schlafen gelegt haben, sind wir noch mal kurz raus aus dem Hotel. Das war eigentlich auch das einzige Mal im ganzen Urlaub, wo wir auf eigene Faust unterwegs waren. Allzu weit haben wir uns allerdings nicht weg getraut. Trotz später Stunde war sehr viel Verkehr und viele Menschen waren unterwegs. Da es recht düster war mochte man auch gar nicht in eine Seitenstraße abbiegen. In einem kleinen Supermarkt haben wir 2 große 1,5 Liter Flaschen Aquafina Wasser gekauft für insgesamt 4 Pfund!! (normalerweise werden 5 Pfund oder sogar 1 Euro für 0,5l verlangt) Da sieht man mal wie viel Gewinn der ein oder andere Händler da einsackt! Als wir uns dann schlafen gelegt haben, dauerte es eine Weile bis wir schlafen konnten, denn das Hupen der Autos war extrem laut – die ganze Nacht über! Es ist wohl so, dass man dann hupt, wenn man ein anderes Auto überholt. Natürlich nicht zum begrüßen, sondern einfach nur um das langsamere Auto auf sich aufmerksam zu machen.

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