Reisebericht Ägypten (Teil 1): Flug nach Hurghada

Ägypten
Ägypten Impressionen

Sonntag, erster Tag

Am ersten Tag unserer zweiwöchigen Ägyptenreise sind wir schon recht früh aufgestanden. Der Flug ging bereits um 9.50 Uhr am Morgen und da man ja bis zu 2 Stunden für den Check-In mit allem drum und dran einplanen sollte, sind wir schon kurz nach 6 Uhr aufgestanden. Eigentlich ist das für einen normalen Tag ja gar nicht so früh, schließlich stehe ich an einem normalen Arbeitstag ja auch nicht viel später auf. Glücklicherweise wohnen wir im selben Ort, in dem sich auch der Flughafen befindet, somit konnten wir also sicherlich etwas länger schlafen als manch anderer Fluggast. Gebucht hatten wir die Reise bereits 3 bis 4 Monate vorher als Pauschalreise. Als wir am Flughafen ankamen, war nicht allzu viel los, an allen 3 Schaltern standen etwa 3 bis 5 Familien. Wir nahmen den mittleren Schalter und fragten nach Sitzplätzen am Gang. Gleich nach Ausgabe unserer Tickets gingen wir zum Sicherheitscheck, ließen uns und unser Handgepäck kurz durchleuchten und gingen dann zum Abflugterminal. Dort war es auch menschleer, wir setzten uns hin und warteten auf die Landung unseres Fliegers.
Das Flugzeug „parkte“ nach einiger Wartezeit mit seiner Nase genau vor unseren Sitzplätzen mit Panoramablick ein. Dann konnten wir das Flughafenpersonal beobachten, wie es nicht unbedingt sanft mit den Koffern der aussteigenden Passagiere umging. Das Thema Koffer sollte noch ein wichtiges Thema unserer Reise werden, dazu jedoch später mehr. Nachdem auch die Putzkolonne das Flugzeug verlassen hatte, durften wir den Flieger betreten, von außen konnte ich noch kurz den Schriftzug Air Cairo sowie den Maschinentyp A320 lesen. Ich nehme an, dass das Flugzeug auch entsprechend viele Sitze hat, was nach einer groben Schätzung meinerseits auch hinkommen müsste. Das Flugzeug hat auf beiden Seiten des Ganges jeweils 3 Sitzplätze und wir bekamen natürlich genau die, die wir eigentlich nicht wollten, nämlich einen am Fenster und den Mittelsitz, letztlich hat sich das allerdings nicht als so tragisch herausgestellt und auf Grund des wolkenlosen Himmels hatten wir eine atemberaubende Sicht.
Das erste was ich erkennen konnte, war der Münchner Flughafen und der Chiemsee. Die schneebedeckten Alpen waren teilweise ein wenig mit Wolken übersät, es hielt sich aber in Grenzen. Danach folgten das Dinarische Gebirge und der Balkan. Besonders beeindruckend waren die griechischen Inseln, bevor das eher langweilige Mittelmeer folgte, bei dem mir die Augen auch ein wenig zugefallen waren. Zwischendurch gab es noch Essen und Trinken, wann genau das war, weiß ich leider nicht mehr. Das Essen war etwas trocken, aber auf Grund unseres großen Hungers, haben wir so gut wie alles aufgegessen, bis auf die ausgetrockneten Gurkenstückchen. Der Flug über die flache Wüste war nicht sehr spannend, allerdings konnte ich zum ersten Mal diese riesigen bewirtschafteten Kreisfelder sehen. Danach sind wir über das Gebirge geflogen, was sich laut Reiseleiter durchs gesamte Land von Nord nach Süd erstreckt. Ich wusste vorher gar nicht, dass es sich hierbei um ein solch riesiges Gebirge mit Bergen von teilweise über 2.000 Metern Höhe handelte, da ist mein Geographieunterricht aus der Schule wohl doch etwas zu lange her. Am Ende des Flugs haben wir eine Runde über Hurghada gedreht und sind dann gleich gelandet.
Auf dem Rollfeld wurden wir von Bussen abgeholt und zum Terminal gefahren. Dort angekommen gab es die erste Verwirrung. Unser Reiseveranstalter war Holiday & Co., gebucht hatten wir über traveloverland und die gehören zu Otto Reisen. Am Flughafen stand aber nur ein Mann, der ein großes ETI Schild hoch hielt. Die meisten Passagiere rannten diesem Mann auch hinterher. Wir liefen erstmal etwas verwirrt herum und suchten nach einem unserer Reiseanbieter, fanden aber keinen und entschlossen uns, erstmal Geld zu tauschen und uns unser Visum zu besorgen. Beides erledigten wir bei der National Banc of Egypt. Für das Visum hätten wir allerdings ein kleines Kärtchen bekommen müssen, auf dem wir nochmals unsere persönlichen Daten schreiben mussten. Der Herr von der Bank gab uns dieses Kärtchen aber nicht, also mussten wir nochmals hin. Außerdem mussten wir uns in eine Liste eintragen, dass wir das Visum nicht bei einem der Reiseleiter bekommen haben. Also alles etwas merkwürdig und aufwändig. Die Passkontrolle lief dann aber problemlos ab und außerhalb des Flughafens trafen wir weitere ETI Reiseleiter. Hier erfuhren wir dann endlich, dass man auch uns betreut und man sagte uns zu welchem Bus wir zu gehen hätten. Hier folgt nun Kapitel 2 unserer Kofferepisode. Bis zum Bus (ca. 100 – 200 Meter) haben wir unsere Koffer selbst schleppen müssen, was mich ehrlich gesagt auch gar nicht störte. Am Bus wurden sie dann von einem jungen Mann verladen, der gleich die Hand mit einem Euro darin aufhielt und uns so klar machen wollte, dass wir ihm doch was geben. Ich gab ihm mein letztes Kleingeld und hab’s danach gleich wieder bereut, denn eigentlich hab ich mir das Trinkgeld selbst verdient. Im Bus gab es wieder einen anderen Reiseleiter, der uns sagte, die Fahrt zu unserem Hotel dauert ca. 16 – 17 Minuten, „ägyptische Minuten“ erwähnte er im Nachsatz. Daraus ist dann etwa eine dreiviertel Stunde geworden, allerdings auch deshalb, weil wir vorher noch ein paar Gäste bei unserem Nachbarhotel abgeliefert hatten. Einige Gäste blieben im Bus sitzen, als wir ausstiegen, die hatten also noch mehr Zeit im Bus zu warten.
Kapitel 3 bezüglich der Koffer: beim Ausladen wurde zwar kein Trinkgeld verlangt, aber man sollte die Koffer in eine Ecke direkt vor dem Hotel stellen und dann ohne Koffer ins Hotel gehen. Wohl aus Gruppenzwang haben wir das dann auch gemacht, hatten aber ein mulmiges Gefühl. Allerdings lief alles glatt, wir mussten nach einiger Wartezeit in der Hotellobby dann noch mal raus und die uns zugewiesene Zimmernummer darauf schreiben. Danach sollten die Koffer zu unserem Zimmer „geliefert“ werden. Zum Zimmerschlüssel erhielten wir extra einen Briefumschlag mit Zusatzinformationen.

rotes Meer in Hurghada
rotes Meer in Hurghada

Wir machten uns erst mal auf in unser Zimmer, gingen dann aber gleich wieder raus in die Hotelanlage, da die Koffer ja noch nicht da waren. Bei dem Spaziergang durch die Hotelanlage fielen uns gleich die vielen Katzen auf, der Pool war nicht sonderlich groß, der Strand sehr weitläufig und auch sehr schön angelegt (keine Massenliegen). Auf der anderen Straßenseite des Hotels gab es ein paar kleinere Läden (Supermarkt und Souvenirs), wo wir mal kurz nach einer Uhr für mich schauten, da ich meine zu Hause vergessen hatte. Allerdings hatten sie keine einzige Uhr mit Digitalanzeige, also gingen wir wieder ins Hotel zu unserem Zimmer. Dort standen dann auch schon die Koffer vor der Tür und wir konnten endlich das ein oder andere auspacken. Danach mussten wir uns irgendwie die Zeit vertreiben, da unser Infogespräch mit dem Reiseleiter erst um 19 Uhr stattfinden sollte. Zum Baden war die Zeit aber zu knapp, deshalb haben wir uns erstmal etwas ausgeruht und uns ins Café gesetzt um einen Drink zu nehmen. Um 19 Uhr war dann endlich die Infosession, wo wir nochmals einen Umschlag mit Infos erhielten und ein paar Aufkleber für unsere Koffer. Da wir am nächsten Tag gleich aufbrechen sollten zur Nilkreuzfahrt, sollten wir die Aufkleber gleich mit unserer Busnummer und Schiffs-Zimmer-Nummer beschriften. Eigentlich hätten die das ja auch selbst machen können (auf den Briefumschlag haben die es ja auch drauf geschrieben).

Badestrand in Hurghada
Strand in Hurghada

Nachdem wir nun etwas mehr Zeit hatten, gingen wir noch mal zum Pool und haben festgestellt, dass er schon geschlossen war. Also machten wir uns auf den Weg zum Restaurant. Man hört und liest ja immer wieder Horrorgeschichten bezüglich Durchfall usw. Dazu kann ich erstmal nur sagen, dass wir Anfangs keine Probleme hatten, wobei wir auf Empfehlung frische Salate und Obst gemieden haben. Das Hotelbuffet war zwar sehr reichhaltig, allerdings hat vieles ähnlich geschmeckt und Wurst und Käse hatten einen parfümierten Beigeschmack – ich nehme an, dabei handelt es sich um ein spezielles Gewürz, dass ich so nicht kenne. Nachdem wir gegessen hatten sind wir noch an die Bar gegangen und haben noch ein paar Drinks genommen. Die Bedienungen dort waren sehr nett und haben uns auch eine schöne Show geboten, deshalb haben wir denen auch ein wenig Trinkgeld gegeben. Wir sind nicht all zu spät ins Bett gegangen, da wir am nächsten Morgen bereits um 3.45 Uhr aufstehen mussten.

Fortsetzung folgt…